Fritz, mach die Werbung aus!

Photo by Paweł Czerwiński on Unsplash

Wenn die typische Fritz!Box Sprachsteuerung hätte, bräuchten wir es nur zu rufen. Bis es soweit ist: Mit wenigen Schritten kann die meiste Werbung aus dem Internet schon heute zentral abgefangen werden. Das bedeutet keine Konfiguration auf Smartphone, Notebook, Tablet und den ganzen anderen Geräten, keine Plugins, und alle Gäste können es auch nutzen.

Das grundlegende Konzept

Die Idee in diesem Artikel: Bereits der heimische DSL-Router — also die Fritz!Box — sperrt Abrufe von typischen Werbeinhalten. Dadurch gilt das zentral für alle Geräte im heimischen Netzwerk – mit allen Vor- und Nachteilen. Vorteil ist, dass keine dezentrale Konfiguration vorgenommen werden muss. Keine Plugins installiert werden müssen. Keine zusätzlichen Apps aufgespielt werden müssen. Nachteil ist, dass die Konfiguration nur eingeschränkt für einzelne Geräte angepasst werden kann, wenn beispielsweise eine Seite partout nicht laden möchte. Da gilt es dann auch einfach auszuprobieren.

Los geht’s!

Gezeigt wird das Konzept für eine Fritz!Box. Bei anderen Routern muss geprüft werden, ob diese eine entsprechende Funktion bereitstellen.

Im Werbbrowser (Chrome, Firefox, Edge, Safari, oder welchen auch immer) http://fritz.box aufrufen. Mit dem Passwort für die Box anmelden. Nie geändert? Dann steht das Fritz!Box-Kennwort auf einem Aufkleber auf der Unterseite der Fritz!Box.

Links im Menübaum unter dem Logo auf den Punkt Internet klicken.

Bereich Internet im Navigationsbaum einer Fritz!Box
Bereich Internet im Navigationsbaum einer Fritz!Box

Dadurch klappt der Teil auf und es kann Filter angeklickt werden:

Jetzt geht aus weiter auf den Reiter Listen auf der rechten Bildschirmseite. Dort bei Gesperrte Internetseiten das Wort bearbeiten anklicken:

Damit die Werbung draußen bleibt, muss die Fritz!Box wissen was gesperrt werden soll. In dem Textfeld jetzt die URLs/Adressen der zu sperrenden Seiten eintragen (eine mögliche Liste findet sich am Ende des Artikels) und dann auf Übernehmen klicken:

Jetzt muss die Sperrliste noch eingeschaltet bzw. scharf geschaltet werden. Dazu geht es auf den Reiter Zugangsprofile. Durch einen Klick auf den Stift kann das jeweilige Profil bearbeitet werden. Hier das Profil Standard bearbeiten:

Zugangsprofil Standard ändern

Jetzt heißt es die Seite etwas herunter zu gehen bis diese Optionen sichtbar werden:

Durch einen Klick auf das Kästchen neben Internetseiten filtern kann die Filterung eingeschaltet werden. Da nur Werbung gesperrt werden soll: Internetseiten sperren auswählen. Das Sperren von jugendgefährdenden Internetseiten ist ein Bonus (und vielleicht für alle Eltern auch etwas beruhigend).

Alles mit einem Klick auf Ok bestätigen.

Jetzt einfach eine typische Webseite mit Werbung aufrufen und testen ob weniger davon zu sehen ist.

Fazit

Mit einem Zeitaufwand von 5 bis 10 Minuten kann dauerhaft die meiste Werbung im Internet daheim verhindert werden. Durch die Sperre direkt im Router muss auch nicht jedes Gerät einzeln angefasst werden. Mit den ersten sechs Einträgen meiner Liste (ganz am Ende) wird auch — nach aktueller Erfahrung — bereits ein großer Teil der Werbung ausgesperrt.

Zwei Überlegungen noch zum Abschluss:

  1. Wenn Werbung verhindert wird, generieren die entsprechenden Webseiten auch keine Einnahmen für ihre Dienstleistung. Also fair sein und dann für die oft besuchten Seiten bezahlen. Viele haben inzwischen eine Art Mini-Abo.
  2. Durch die Verhinderung des Abrufs von Werbung wird eine Menge Traffic eingespart. Dafür wird dann kein Strom verbraucht, nicht der eigene Rechner belastet (Rendering, Caching, etc.), usw. In gewisser Weise ist das dann auch ein minimaler Beitrag zum Umweltschutz.

Alternativen

Es gibt grob zwei alternative Konzepte:

  1. Installation von AdBlock-Software auf jedem Rechner, Smartphone, Tablet
  2. Aufsetzen einer eigenen Firewall oder eines eigenen DNS-Servers

Beides hat den Nachteil zeitintensiver für die Einrichtung zu sein. Insbesondere bei 2 sollte auch ausreichendes technisches (Vor-)Wissen vorhanden sein, um nicht das eigene Netzwerk lahm zu legen.

Vorteil von beiden Lösungen: Ein Sperren und Anpassen von Regeln kann viel feiner, genauer und individueller erfolgen als über die einfache Sperre auf der Fritz!Box. Vorteil von einer lokal installierten Adblock-Software ist darüber hinaus, dass die auch mobil immer dabei ist. Also auch unterwegs.

Meine Sperrliste (Stand 3. März 2020)

Die ersten sechs Einträge sind — nach meiner Einschätzung — am wichtigsten und verhindern direkt eine Menge Werbung.

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